ADS... mein ADHS

ADHS gehört zu der ADS Familie (oder POS wie man zu Beginn in der Schweiz gesagt hat), was eine Aufmerksamkeitsdefizitsstörung ist. Das heisst, einerseits können sich ADSler schwer konzentrieren und andererseits werden sie von kleinsten Dingen abgelenkt.
Besonders auffallend ist, wenn ich in einem Raum bin, in dem es auch normal laut zu und her geht. Während ein "normaler" Mensch problemlos dem folgen kann, was der Gesprächspartner sagt, kann ich zwar direkt gegenüber stehen, bekomme aber so gut wie nichts mit, dass erweckt dann leider den Eindruck, dass ich kein Interesse habe, vor allem bei Menschen die mich mögen. Ich denke, es bringt auch nichts, wenn ich immer wieder nachfrage. „Was hast du gerade gesagt“, ist das vermutlich genauso störend und dazu erweckt es noch den eindruck von Schwerhörigkeit.

Auch im Berufsleben kann ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren, sondern wird immer wieder abgelenkt. Dazu kommt aber noch die Störung des Gedankenflusses hinzu, was verursacht, dass ich zeitweilig gar nicht mehr weiss, was ich zu tun habe, oder tun wollte, und genau während dieser Zeit schweift natürlich mein Blick in der Weltgeschichte herum, weil ich durch irgend welchen Punkt, den Gedanken wieder zurückhaben will, was mich dann als Arbeitsscheu darstellt, und so hat es mir schon oft den Job gekostet..

Bei mir kommt dann noch das H dazu, was Hyperaktiv bedeutet, also ADHS.
Obschon es bei mir sehr schwach ist, und bis auf wenige Sachen keine Positive Nebenwirkungen zeigt (im Gegensatz zu ADS allein), ist es sehr störend, und vermutlich bekam ich darum auch die Rente, was übrigens dennoch ein Wunder war.
Die Hyperaktivität bei mir zeigt sich aber nicht wie bei Kindern (ist auch unterschiedlich), die sich sogar bis zur Zerstörung anderen Dingen oder Angriffe, nicht im Griff haben (Bei Erwachsenen habe ich es noch nie Gehört), sondern in einem Zittern das bei mir im Vordergrund stand.
Wenn also nur schon Personen miteinander sprachen, fand ich das als 9 Jähriger so spannend, dass ich vor Aufregung, am ganzen Körper zu zitterten begann... so hänselten mich die Schulkameraden, indem sie immer riefen, „huch, da kommt der Zittergeist wieder“, und solche Sprüche.

Heute jedoch, weiss ich, wie ich es im Griff habe, das heisst, teilweise, das ich keine Action Filme mehr schaue, oder überhaupt Filme indem sehr viel Spannung ist.. Das hat vermutlich nur mit meiner Hyperaktivität zu tun.
Anders verhält es sich bei der Kombination, also dem ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktive Störung)
Ich rede oft wie ein Wasserfall, aber wechsle mittendrin, das Thema und vielfach mehrmals.
Das ist etwas, was ich zwar schon lange habe, aber niemand machte mich darauf aufmerksam, bis zu einer jungen Frau, die da kein Blatt vor den Mund nahm (ihr bin ich sehr dankbar dafür). Also nicht, das ich unaufhörlich Reden, was man alleine als Logoröe versteht, sondern, das ich mitten drin unbewusst das Thema wechsle. So denke ich, dass leider viele Angst vor mir bekommen, aber nie was gesagt, aber mir lieber aus dem Weg gehen, was für ein ADSler besonders schlimm ist, da er sich wieder abgelehnt fühlt, was er ja seit der Kindheit her kennt. Also bitte, falls ihr mich trefft, sagt es mir, weil ich es weiss, bin ich sogar sehr Dankbar, wenn ihr es mir sagt... oder mein Geplapper abstellt (ich habe irgendwo einen Knopf, den schon einige gefunden haben).
Meine Erklärung zu diesem ist, das ADS wieder mal eine Gedankenstörung verursacht, aber die Hyperaktivität es mich nicht wissen lässt und anstatt nach dem Gedanken zu suchen, ich im Gespräch weiter fahre und natürlich in einem anderen Theama, weil mir ja das andere hängen blieb.
Ausser ich bin mal nicht in einer extrem Hyperaktiven Phase, das es mir bewusst ist, und ich so reagiere wie ein normaler ADSler und warte oder sogar frage.
Aber so denk ich mir, dass ich darum die Leute vertreibe, weil es sicherlich auch sehr ermüdend ist.

Doch ADS hat nicht nur negative Nebenwirkungen, sondern viel mehr Positive, so z.B. weil wir vermutlich in der Sichtbaren Welt nicht zu viel Aufmerksamkeit erlangen, haben wir in der Unsichtbaren Welt den Vorteil, das wir bemerken das da etwas nicht stimmt, und das hat nun nichts mit der Biblischen Geistesgabe, "Der unterscheidung der Geister" zu tun, da ich das als Nichtchrist auch schon hatte.
Also merke ich schnell einmal, ob eine Person es ernst meint oder schauspielert. Wenn eine Person es ernst meint und einem ADSler viel Zuneigung gibt, wird sie von ihm/ihr überschwänglich mit Liebe und Geschenke belohnt. Das können einige bezeugen, die mir viel Liebe entgegen bringen, und mich angenommen haben wie ich bin.

Allerdings, und die Erkenntnis habe ich erst seit ein paar Tage hinzugewonnen, dass weil ich ja wie jeden anderen ADSler mehr in der Gefühlswelt lebe, 1. mehr Annahme brauche als "normale" Leute aber 2. Genau so, wie die anderen, ein Verlangen nach Zärtlichkeit habe, haben das, schon viele Damen ausgenutzt, und so mit mir gespielt. (Aussage von anderen).
Weil, ein ADSler eher ein positiv denkender Mensch ist, also schnell mal vergibt (mit sehr wenigen ausnahmen) will ich es vermutlich nicht mal wahrhaben, auch wenn ich es vielleicht gemerkt habe. (Vermutlich Konflikt von Sehnsucht und merken das was falsch ist)

Eine weitere eher für Christen, die ADS haben, überaus positive Erfahrung ist, dass sie bessere Anbetungsleiter sind.
Ich weiss jetzt nicht wie viel du weisst, wie so ein Gottesdienst in einer modernen Freikirche zu und her geht.
In einer Freikirche beispielsweise wie Pfingstgemeinde, Vineyard, oder auch Frei Evangelische (teilweise), legt man sehr viel Zeit in die Anbetung. Dann muss aber jemand da sein, der die Anbetung leitet, also sagt, wann welche Lieder kommen.
Jetzt wird ja meistens schon zum Voraus festgelegt, wann welches Lied kommt. Was aber, wenn jetzt jemand fremder in den Gottesdienst kommt, mit irgend welchen Problemen? Vielfach bemerkt man nicht mal, das da ein neuer Gast herein gekommen ist, also muss man sich auf Gott verlassen und empfänglich sein, dass jetzt eine Änderung im Verlauf angesagt ist.

So hat jetzt der ADSler allen anderen gegenüber ein Vorteil, weil er sich schon gar nicht auf die fünf Sinne konzentrieren kann, ist er immer offen für unsere übersinnliche Wahrnehmung und hört das, was Gott sagt, und kann so eingreifen und beispielsweise ein anderes Lied wählen. Gott weiss genau, was der Gast für Probleme hat und wird somit dann auch direkt angesprochen und fühlt sich auch gleich wohl.

Ich höre immer mehr, dass die besten Anbetungsleiter der Welt ADS haben.
(ach ja, jeder achte auf der Welt habe ADS) Auch in der Seelsorge sehe ich das Phänomen, ich kann mich in die Person, die ein Problem hat so stark einfühlen, dass ich mich irgendwie besser mit ihr identifizieren kann. Aber, weil ich ja zur gleichen Zeit die Gegenwart Gottes besser wahrnehmen kann, weil ja eben meine natürlichen fünf Sinne nicht voll konzentrationsfähig sind, kann ich der Person besser helfen, und das auch nicht aus meinem Verstand, sondern direkt von Gott, um die richtige Hilfe zu übermitteln.

Als drittes Beispiel und vielleicht das verrückteste.
Während ich das hier schreibe, merke ich auch, wie Gott durch mich fliesst und das alles was ich schreibe, merke, dass ich das hier eigentlich gar nicht wirklich aus meinem Kopf her schreibe bzw. weiss.
Das bestätigt sich genau dann, wenn ich am Schluss, das ganze geschriebene, durchlese und sagen muss... „Wow, habe ich das so eben geschrieben, da sind einige Sachen drin, die ich selbst nicht mal wusste, aber irgendwie ganz logisch sind“.
Meine Mutter muss immer lachen wenn ich sage, „Jetzt habe ich was gesagt, das ich nicht mal wusste“. Das Problem ist eben auch das man weiss, dass die ADSler Clowns sind, und man nie weiss, wann was ernst ist oder Spass, und weil diese Aussage eben unlogisch erscheint, denkt man automatisch daran, das dies wieder so einen typischen Spruch von Rolli ist.

Mit Recht sagen sicher jetzt einige, ob das nicht gefährlich ist, dass ein ADSler mehr aus der Unsichtbaren Welt empfangen kann!?
Sicher, und das bestätigt ja auch meine Bekehrungsgeschichte, also die Geschichte was geschah, bevor ich Jesus wirklich kennen gelernt habe. Ich rutschte nämlich somit ins Okkultismus, weil ich ja wahrnehmen konnte, dass es nicht vom Sichtbaren kommt, aber nicht den Unterschied kannte, ob das Göttlichen oder Teuflischen Ursprung ist.
Darum sagte ich auch (und das mögen mir die Nichtchristen verzeihen, die das hier lesen), dass ADS für ein Christ viel mehr bringt als für ein Nichtchrist, weil der Nichtchrist der ADS hat nicht weiss, dass es eben auch jemand anderes als Gott gibt, nämlich ein solcher der uns Hasst, und uns zerstören will.

Wenn du als ADSler Christ geworden bist, lernst du auch die Stimme von Gott kennen, und damit den Unterschied.

Also;Ein ADSler ohne Christus, kann sein/ihr ADS nicht voll entfalten, oder positiv gebrauchen.

Dann bleibt noch diese Frage, was ich auch schon von einem Christen gehört habe... mehr noch beleidigend war. „Warum willst du nicht, dass Gott dich heilt.“
Da muss ich 1. sagen, ein typischer WDG (Wort des Glaubens) Spruch, wo man nicht anerkennt, dass Gott auch mit kranken Menschen, die Welt retten will, wie ER es mit vielen schon getan hat. 2., aus meiner Ausführung hervorgeht, dass wir dank dem, dass wir uns eben nicht auf alle fünf Sinne Konzentrieren können, vielmehr das übersinnliche von Gott wahrnehmen, und so einen besseren Dienst an der Welt sein können, als wenn wir "geheilt" würden.

Ein Zitat: „Der ADSler bereichert unsere Gesellschaft, auch wenn er da und dort anstösst“.

Er stösst auch nur an, weil die heutige Gesellschaft noch nicht mit dieser Erkenntnis des ADS umgehen kann, obschon es dieses Syndrom, vermutlich schon immer gegeben hat, und in der Schweiz erst richtig in den 60er Jahren entdeckt bzw. seit den 70er erforscht wurde und wird.

Übriges ganz zum Schuss, für die welche jetzt uns ADSler anders begenen wollen.
Gebt euch bitte nicht aus Mitleid mit uns ab... wie ich gesagt habe, merken wir das schnell, und es bedeutet für uns, dass ihr uns als nicht normal betrachtet, also indirekt ablehnt. Was ich leider mal von einer mir sehr lieben Dame, am Schluss noch erfahren musste, was ich wahrscheinlich auch nur aus dem Grund dessen nicht gemerkt habe, oder merken wollte, weil ich in sie verliebt war.

Rolli